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Stufe: Fortgeschritten · Lektion 2 von 10

Datensicherung: Backups, die wirklich retten

Eine kaputte Festplatte, ein gestohlener Laptop – und alle Fotos sind weg? Diese Lektion zeigt Schritt für Schritt, wie Sie mit einer externen Festplatte und einer einfachen Routine Ihre Daten dauerhaft in Sicherheit bringen.

Für geübte Anwender Lesezeit: ca. 14 Minuten

Das lernen Sie in dieser Lektion

  • Sie wissen, welche Gefahren Ihren Daten drohen – und dass ein Backup die einzige echte Versicherung dagegen ist.
  • Sie kennen die 3-2-1-Regel und können entscheiden, was bei Ihnen gesichert gehört.
  • Sie können eine externe Festplatte auswählen, anschließen und sinnvoll aufbewahren.
  • Sie richten eine automatische Sicherung ein – unter Windows oder am Mac.
  • Sie prüfen mit einer Probe-Wiederherstellung, dass Ihr Backup im Ernstfall wirklich funktioniert.

Ein Backup – zu Deutsch: eine Sicherungskopie – ist die einzige Versicherung, die Ihre Fotos, Briefe und Unterlagen wirklich schützt. Einen kaputten Computer kann man reparieren oder ersetzen. Die Bilder der Enkelkinder, die Steuerunterlagen und den jahrelang gepflegten Schriftwechsel ersetzt Ihnen niemand – es sei denn, es gibt eine Kopie. In der vorigen Lektion haben Sie Ihr Betriebssystem gepflegt und aufgeräumt; heute sorgen wir dafür, dass Ihre Daten selbst dann erhalten bleiben, wenn dem Gerät etwas zustößt. Das Beruhigende vorweg: Einmal eingerichtet, läuft eine gute Datensicherung fast von allein.

Ein ehrlicher Blick: Was wäre weg?

Spielen wir die unangenehmen Fälle einmal in Ruhe durch – nicht um Angst zu machen, sondern um klar zu sehen. Fall eins: Die Festplatte gibt auf. Das passiert ohne Vorwarnung, oft nach fünf bis zehn Jahren, manchmal früher. Fall zwei: Der Laptop wird gestohlen – aus dem Auto oder bei einem Einbruch. Mit dem Gerät verschwindet alles, was darauf lag. Fall drei: Erpressungssoftware. So nennt man Schadprogramme (englisch Ransomware, von ransom = Lösegeld), die alle Dateien auf dem Computer verschlüsseln, also unlesbar machen. Danach erscheint eine Lösegeldforderung.

Was davon würde Sie am härtesten treffen? Meist nicht die Programme, sondern die Fotos, Briefe und Erinnerungen – genau dafür gibt es Backups.

Die 3-2-1-Regel: dreifach hält besser

Fachleute haben eine einfache Faustformel für eine gute Datensicherung entwickelt, die 3-2-1-Regel. Sie klingt technischer, als sie ist:

  • 3 Kopien: Ihre Daten existieren dreimal – das Original auf dem Computer plus zwei Sicherungen. Geht eine Kopie verloren, bleiben immer noch zwei.
  • 2 verschiedene Speicherarten: Die Kopien liegen nicht alle auf derselben Technik – zum Beispiel einmal auf der eingebauten Festplatte und einmal auf einer externen. So reißt ein einzelner Defekt nicht alles mit.
  • 1 Kopie außer Haus: Eine Sicherung lagert an einem anderen Ort – bei Verwandten, im Bankschließfach oder in der Cloud, also auf einem Speicher im Internet. Sie schützt vor Feuer, Wasserschaden und Einbruch, denn dabei sind Computer und danebenliegende Festplatte gemeinsam verloren.

Was gehört ins Backup – und was nicht?

Gesichert wird alles, was Sie selbst erschaffen oder gesammelt haben und nicht wiederbeschaffen können:

  • Eigene Dateien: Briefe, Tabellen, Steuerunterlagen – meist im Ordner „Dokumente“.
  • Fotos und Videos: oft der größte und wertvollste Posten, im Ordner „Bilder“ und auf dem Smartphone.
  • E-Mails: Liegen sie nur auf dem Computer, gehören sie mitgesichert; liegen sie beim Anbieter im Internet (heute der Normalfall), sind sie dort schon gut aufgehoben.
  • Der Passwort-Tresor: Falls Sie Ihre Zugangsdaten in einer Passwort-Programm-Datei aufbewahren, ist diese Datei besonders wichtig – ohne sie stehen Sie vor verschlossenen Türen.

Nicht gesichert werden müssen dagegen Programme und das Betriebssystem: Windows, den Browser oder kostenlose Programme wie LibreOffice können Sie jederzeit neu installieren. Das spart viel Platz auf der Sicherungsplatte – und viel Zeit.

Die externe Festplatte: das Herzstück Ihrer Sicherung

Eine externe Festplatte ist ein Speicher im handlichen Gehäuse, kaum größer als ein Kartenspiel. Per USB-Kabel angesteckt erscheint sie am Computer wie ein zusätzlicher, sehr großer Aktenschrank. Beim Kauf genügen drei Fragen:

Frage beim KaufEmpfehlung in einfachen Worten
Wie groß?1 bis 2 Terabyte reichen für die meisten Haushalte. Ein Terabyte sind rund 1 000 Gigabyte – Platz für mehrere Hunderttausend Fotos.
Welche Bauart?Eine SSD (Speicher ohne bewegliche Teile) ist stoßfest, leise und schnell, kostet aber etwas mehr. Die klassische Magnet-Festplatte bietet mehr Platz fürs Geld – beides ist für Backups gut geeignet.
Welcher Anschluss?USB. Achten Sie nur darauf, ob Ihr Computer die flache breite Buchse (USB-A) oder die kleine ovale (USB-C) hat – oft liegt ein passendes Kabel bei.

Zur Aufbewahrung: Die Platte lebt nicht dauerhaft am Computer, sondern kommt nach jeder Sicherung in eine Schublade – kühl, trocken, stoßgeschützt. Wer die 3-2-1-Regel ganz erfüllen möchte, nutzt zwei Platten im Wechsel und lagert eine außer Haus.

Automatisch sichern: einmal einrichten, nie mehr vergessen

Sie müssen Dateien nicht von Hand kopieren: Windows und der Mac bringen fertige Sicherungsprogramme mit. Einmal eingeschaltet, merken sie sich bei jedem Anschließen der Platte, was neu ist – und sichern nur das nach.

Die automatische Sicherung einschalten

  1. Externe Festplatte anschließen

    Stecken Sie die Platte per USB-Kabel an. Nach wenigen Sekunden meldet der Computer das neue Laufwerk – hier kann nichts kaputtgehen.

  2. Unter Windows 11: Dateiversionsverlauf einschalten

    Klicken Sie unten auf die Lupe, tippen Sie Dateiversionsverlauf und öffnen Sie den Treffer. Wählen Sie Ihre externe Platte als Ziel und klicken Sie auf „Einschalten“. Ab jetzt sichert Windows Ihre Ordner „Dokumente“, „Bilder“ und Co. regelmäßig von selbst. (Das Werkzeug gehört zur klassischen Systemsteuerung – über die Suche finden Sie es am schnellsten.)

  3. Am Mac: Time Machine einschalten

    Öffnen Sie über das Apfel-Menü die „Systemeinstellungen“, dann „Allgemein“ und „Time Machine“ (englisch für „Zeitmaschine“). Klicken Sie auf „Backup-Volume hinzufügen“ und wählen Sie Ihre externe Platte. Der Mac erledigt den Rest automatisch.

  4. Die erste Sicherung abwarten

    Der erste Durchlauf kopiert alles und kann einige Stunden dauern – Sie können nebenbei weiterarbeiten. Alle folgenden Sicherungen sind in Minuten erledigt.

  5. Platte abstöpseln und wegräumen

    Melden Sie das Laufwerk über das kleine Symbol „Hardware sicher entfernen“ (Mac: Auswerfen) ab, ziehen Sie das Kabel und legen Sie die Platte in die Schublade – sicher vor Dieben und Erpressungssoftware.

Cloud, Probe-Wiederherstellung und feste Routine

Die Cloud – Speicherplatz im Internet, den Sie aus der Lektion zum Cloud-Speicher kennen – ist ein gutes zweites Standbein: Sie sichert automatisch und erfüllt nebenbei den Punkt „eine Kopie außer Haus“. Aber sie hat Grenzen: Der kostenlose Platz ist knapp, ohne Internetverbindung kommen Sie nicht an Ihre Daten, und Sie geben sie in fremde Hände. Vor allem: Ein Ordner, der sich laufend mit der Cloud abgleicht, ist kein echtes Backup – was Sie versehentlich löschen, verschwindet kurz darauf auch dort. Die externe Festplatte bleibt das Fundament, die Cloud die Ergänzung.

Und nun der Schritt, den fast alle vergessen: Testen Sie die Wiederherstellung. Ein Backup, aus dem man nichts zurückholen kann, ist nur ein Gefühl von Sicherheit. Stellen Sie im Sicherungsprogramm eine einzelne Datei zur Probe wieder her – klappt das, sind Sie im Ernstfall gerüstet. Fünf Minuten, die der Sache den Schrecken nehmen.

Damit haben Sie den vielleicht wichtigsten Baustein für ein sorgenfreies Computerleben gelegt: Ihre Daten sind ab jetzt doppelt vorhanden, und selbst Diebstahl, Defekt oder Erpressungssoftware können Ihnen die Erinnerungen nicht mehr nehmen. Ein Schatz verdient allerdings noch besonderen Schutz – Ihre Zugangsdaten. Wie Sie sichere Passwörter bequem verwalten und Ihre Konten doppelt absichern, zeigt die nächste Lektion: Passwort-Manager und Zwei-Faktor-Anmeldung.

Testen Sie Ihr Wissen

4 kurze Fragen zu dieser Lektion. Die Auswertung geschieht direkt in Ihrem Browser – nichts wird übertragen, und niemand sieht Ihr Ergebnis.

1 Wofür steht die 3-2-1-Regel bei der Datensicherung?
2 Was gehört unbedingt in die Sicherung?
3 Warum sollte die externe Festplatte nach der Sicherung abgestöpselt werden?
4 Woran erkennen Sie, dass Ihr Backup im Ernstfall wirklich funktioniert?

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