Am Computer schreiben Sie nie „ins Reine“ – Sie dürfen jederzeit ändern, verschieben und verbessern. Das ist der große Unterschied zur Schreibmaschine und zum Blatt Papier: Kein Tipp-Ex, kein zerknülltes Blatt, kein Neuanfang wegen eines einzigen Fehlers. In der vorigen Lektion haben Sie gelernt, Dateien auf USB-Sticks und externen Speichern zu ordnen. Heute erstellen Sie zum ersten Mal selbst eine solche Datei: einen eigenen Text. Keine Sorge – hier kann nichts kaputtgehen, und jeden Schritt können Sie rückgängig machen.
Was eine Textverarbeitung kann – und welche Programme es gibt
Ein Programm zum Schreiben von Texten nennt man Textverarbeitung. Sie tippen Ihren Text, und das Programm hilft beim Rest: Es bricht Zeilen automatisch um, unterstreicht Tippfehler und druckt am Ende alles sauber aus. Ob Brief an die Versicherung, Geburtstagseinladung oder die eigenen Lebenserinnerungen – all das entsteht in einer Textverarbeitung.
Das bekannteste Programm ist Microsoft Word – es ist kostenpflichtig und gehört zum Büropaket „Microsoft 365“. Sie müssen aber kein Geld ausgeben, denn es gibt sehr gute kostenlose Alternativen:
| Programm | Kosten | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Microsoft Word | kostenpflichtig (Kauf oder Abo) | Der „Klassiker“ und in vielen Büros der Standard; auf neuen Computern oft nur als Probeversion. |
| LibreOffice Writer | kostenlos | Ein vollwertiges Schreibprogramm zum Herunterladen und Installieren. Funktioniert auch ohne Internetverbindung. |
| Google Docs | kostenlos | Läuft direkt im Browser, also ohne Installation – Sie brauchen dafür ein Google-Konto und eine Internetverbindung. |
Die gute Nachricht: Alle drei funktionieren nach denselben Grundregeln. Was Sie hier lernen, gilt überall – nur die Knöpfe sitzen manchmal an etwas anderen Stellen.
Ein neues Dokument: Blatt, Cursor und Menüband
Wenn Sie das Schreibprogramm öffnen und ein neues Dokument (also eine neue, leere Textdatei) beginnen, sehen Sie drei Dinge:
In der Mitte liegt ein weißes Blatt – die Bildschirm-Ausgabe eines Blattes Papier. Darauf blinkt ein senkrechter Strich: der Cursor (ein englisches Wort, gesprochen „Körser“; auf Deutsch sagt man auch Schreibmarke). Der Cursor zeigt an, wo der nächste Buchstabe erscheint, den Sie tippen. Am oberen Rand schließlich sehen Sie eine breite Leiste voller Knöpfe und Symbole: das Menüband. Stellen Sie es sich wie einen aufgeklappten Werkzeugkasten vor – hier liegen alle Werkzeuge bereit, mit denen Sie Ihren Text gestalten.
Und dann? Einfach lostippen. Am Zeilenende springt das Programm von selbst in die nächste Zeile; nur für einen neuen Absatz drücken Sie die Eingabetaste (Enter).
Die Schlüsselfertigkeit: erst markieren, dann gestalten
Bevor Sie ein Wort größer, fetter oder farbiger machen können, muss der Computer wissen, welchen Text Sie überhaupt meinen. Dafür gibt es das Markieren: Sie fahren mit gedrückter linker Maustaste über den Text, und der Bereich wird farbig hinterlegt – als hätten Sie ihn mit einem Textmarker angestrichen. Zwei Abkürzungen lohnen sich zu merken: Ein Doppelklick markiert ein einzelnes Wort, ein Dreifachklick einen ganzen Absatz.
Ist der Text markiert, stehen Ihnen die wichtigsten Gestaltungswerkzeuge im Menüband zur Verfügung:
- Schriftgröße: Die Zahl im Menüband (meist 11 oder 12) bestimmt, wie groß die Buchstaben sind. Für Briefe ist 12 üblich – wer lieber größer liest, wählt einfach 14.
- Fett und kursiv: Der Knopf F macht Text fett (gut für Wichtiges), der Knopf K stellt ihn schräg, also kursiv (gut für Betonungen). Nochmaliges Klicken schaltet beides wieder aus.
- Ausrichtung: Text kann linksbündig stehen (der Normalfall), zentriert in der Mitte (schön für Überschriften auf Einladungen) oder rechtsbündig (üblich für das Datum im Brief).
- Aufzählungen: Ein Klick auf das Symbol mit den Punkten und Strichen verwandelt markierte Zeilen in eine ordentliche Liste mit Aufzählungspunkten – zum Beispiel für eine Einkaufsliste.
Schritt für Schritt: Ihr erster Brief
Probieren wir das Gelernte an einem kurzen Brief aus, etwa an die Krankenkasse. Ein Tipp vorweg: Tippen Sie erst den ganzen Text herunter und kümmern Sie sich am Schluss um das Aussehen – wie beim Kochen: erst alle Zutaten in den Topf, dann abschmecken.
Einen Brief schreiben und speichern
- Neues Dokument öffnen
Starten Sie Ihr Schreibprogramm und wählen Sie „Leeres Dokument“. Der Cursor blinkt oben links auf dem weißen Blatt – es kann losgehen.
- Text tippen
Schreiben Sie der Reihe nach: Ihren Absender, das Datum, die Anrede („Sehr geehrte Damen und Herren,“), Ihr Anliegen in wenigen Sätzen und den Gruß („Mit freundlichen Grüßen“). Zwischen den Teilen drücken Sie Enter für Leerzeilen.
- Gestalten
Jetzt kommt die goldene Regel zum Einsatz: Markieren Sie das Datum und richten Sie es rechtsbündig aus. Markieren Sie den gesamten Text (Tastenkombination Strg+A) und stellen Sie die Schriftgröße auf 12.
- Speichern und sinnvoll benennen
Klicken Sie auf „Datei“ und dann auf „Speichern unter“. Wählen Sie den Ordner „Dokumente“ und geben Sie der Datei einen sprechenden Namen, zum Beispiel
2026-07-21 Brief Krankenkasse. So finden Sie den Brief auch in einem Jahr noch auf Anhieb wieder. - Zwischendurch immer wieder sichern
Beim Weiterschreiben genügt künftig ein kurzes Strg+S, um den aktuellen Stand zu sichern. Machen Sie sich das zur Gewohnheit – wie das Abschließen der Haustür.
Zwei Sicherheitsnetze: Rückgängig und Rechtschreibprüfung
Etwas versehentlich gelöscht? Ein Absatz plötzlich verschwunden? Kein Grund zur Aufregung. Die Tastenkombination Strg+Z macht den letzten Schritt rückgängig – mehrmals gedrückt auch die Schritte davor. Sie ist Ihre kleine Zeitmaschine und der Grund, warum beim Schreiben nichts schiefgehen kann. Denselben Dienst tut der geschwungene Pfeil oben im Programmfenster.
Das zweite Sicherheitsnetz arbeitet ganz von selbst: die automatische Rechtschreibprüfung. Sie unterstreicht mutmaßliche Tippfehler mit einer roten Wellenlinie. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das unterstrichene Wort, schlägt das Programm Korrekturen vor. Gut zu wissen: Die rote Linie wird nie mitgedruckt. Und bei Eigennamen wie Ihrem Nachnamen meldet sich die Prüfung oft zu Unrecht – sie kennt das Wort schlicht nicht.
Drucken oder als PDF speichern?
Ist der Brief fertig, gibt es zwei Wege, ihn aus dem Computer heraus in die Welt zu bringen. Der klassische Weg ist das Drucken: Über „Datei“ und „Drucken“ (oder Strg+P) landet der Text auf Papier – vorausgesetzt, ein Drucker ist angeschlossen und eingeschaltet.
Der zweite Weg ist das Speichern als PDF. Die Abkürzung steht für „Portable Document Format“, auf Deutsch etwa „tragbares Dokumentformat“. Ein PDF ist wie ein Foto Ihres fertigen Briefes: Es sieht auf jedem Gerät exakt gleich aus – egal ob der Empfänger Word, LibreOffice oder gar kein Schreibprogramm besitzt – und lässt sich nicht so leicht versehentlich verändern. Deshalb ist PDF das übliche Format, wenn Sie ein Dokument per E-Mail verschicken, etwa an eine Behörde. Sie finden die Funktion unter „Datei“ als „Als PDF exportieren“ oder beim „Speichern unter“ als Dateityp „PDF“.
Kurz gesagt: Die Word- oder Writer-Datei ist Ihre Werkstatt, das PDF das fertige Stück, das Sie aus der Hand geben.
Damit haben Sie das Schreiben am Computer im Griff: Sie können ein Dokument beginnen, Text markieren und gestalten, einen Brief speichern und ihn drucken oder als PDF weitergeben. Und mit Strg+Z haben Sie immer ein Sicherheitsnetz gespannt. In der nächsten Lektion widmen wir uns Ihren schönsten Erinnerungen: Fotos übertragen, ordnen und teilen – vom Smartphone auf den Computer und von dort zu Familie und Freunden.