Ihre Fotos sind kein Datenkram – sie sind Erinnerungen, und Erinnerungen verdienen einen festen Platz. Früher wanderten die Abzüge ins Album, heute sammeln sich die Bilder auf dem Smartphone – oft zu Hunderten – und irgendwann fragt man sich: Wo sind die eigentlich alle – und was, wenn das Handy einmal kaputtgeht? Genau darum kümmern wir uns jetzt. Nachdem Sie in der vorigen Lektion Texte am Computer geschrieben haben, holen wir diesmal Ihre Fotos auf den Computer, bringen Ordnung hinein und verschicken sie an Familie und Freunde. Keine Sorge: Beim Ansehen und Kopieren von Fotos kann nichts kaputtgehen.
Wo Ihre Fotos überhaupt landen
Wenn Sie mit dem Smartphone fotografieren, arbeiten zwei Programme Hand in Hand: Die Kamera-App nimmt das Bild auf, und die Galerie (auf manchen Geräten heißt sie „Fotos“) zeigt Ihnen anschließend alle Aufnahmen als übersichtliche Bildergalerie. Die Galerie ist sozusagen das Fotoalbum, die Kamera der Fotoapparat.
Im Hintergrund legt das Smartphone jedes Foto als Datei ab – und zwar fast immer in einem Ordner mit dem etwas kryptischen Namen DCIM. Die Abkürzung steht für Digital Camera Images, auf Deutsch „Bilder der Digitalkamera“. Merken Sie sich diesen Namen – er begegnet Ihnen gleich wieder. Bildlich gesprochen: Die Galerie ist das Schaufenster, der DCIM-Ordner die Schublade dahinter.
Vom Smartphone auf den Computer – mit dem USB-Kabel
Der zuverlässigste Weg führt über das USB-Kabel – in der Regel schlicht Ihr Ladekabel, nur eben am Computer statt am Netzteil eingesteckt. So geht es im Einzelnen:
Fotos per Kabel auf den Computer kopieren
- Verbinden
Stecken Sie das Ladekabel in das Smartphone und das andere Ende in eine USB-Buchse am Computer. Entsperren Sie das Smartphone, damit es sich „öffnen“ darf.
- Zugriff erlauben
Auf dem Smartphone erscheint eine Frage wie „Zugriff auf Daten erlauben?“ oder eine Auswahl des USB-Modus. Tippen Sie auf „Erlauben“ beziehungsweise wählen Sie „Dateiübertragung“. Ohne diese Erlaubnis lädt das Handy nur seinen Akku – das ist eine Schutzfunktion, kein Fehler.
- Das Gerät am Computer öffnen
Öffnen Sie am Computer den Datei-Explorer (das gelbe Ordnersymbol in der Leiste unten). Unter „Dieser PC“ taucht Ihr Smartphone nun wie ein Laufwerk auf. Klicken Sie es doppelt an, dann auf „Interner Speicher“ und schließlich auf den Ordner DCIM – darin liegt meist ein Ordner „Camera“ mit allen Aufnahmen.
- Kopieren
Markieren Sie die gewünschten Fotos (alle auf einmal mit Strg + A), klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Auswahl und wählen Sie „Kopieren“. Öffnen Sie dann Ihren Zielordner auf dem Computer und wählen Sie dort „Einfügen“.
- Prüfen, dann erst aufräumen
Öffnen Sie stichprobenartig einige der kopierten Bilder am Computer. Erst wenn alles angekommen ist, dürfen Sie die Fotos auf dem Smartphone bei Bedarf löschen, um Platz zu schaffen.
Für einzelne Bilder gibt es auch bequeme Wege ganz ohne Kabel:
- E-Mail an sich selbst: Schicken Sie das Foto vom Smartphone einfach an Ihre eigene E-Mail-Adresse – wie eine Postkarte an die eigene Anschrift. Am Computer öffnen Sie die Nachricht und speichern den Anhang. Praktisch für ein bis zwei Bilder, mühsam für fünfzig.
- Cloud-Speicher: Ein Online-Speicher (englisch Cloud, „Wolke“) bewahrt Ihre Fotos im Internet auf – abrufbar von jedem Ihrer Geräte. Mehr dazu in einer eigenen Lektion.
Ordnung im Fotoarchiv: Ordner pro Jahr und Ereignis
Ein Karton, in den man dreißig Jahre lang alle Abzüge wirft, ist kein Fotoalbum – und ein Ordner mit 4.000 Bildern ist kein Archiv. Die Lösung ist erfreulich einfach und hat sich tausendfach bewährt: Legen Sie in Ihrem Ordner „Bilder“ für jedes Jahr einen Ordner an und darin für jedes Ereignis einen Unterordner. Also etwa: „2026“ und darin „2026 Goldene Hochzeit“ und „2026 Ostsee-Urlaub“. So finden Sie jedes Bild in Sekunden wieder – wie in einem gut beschrifteten Aktenschrank.
Zum Ordnen gehört auch das Aussortieren – und das dürfen Sie ohne schlechtes Gewissen tun. Vom Sonnenuntergang existieren acht fast identische Aufnahmen? Behalten Sie die schönste und löschen Sie den Rest. Unscharfe Bilder, versehentliche Aufnahmen der Hosentasche, doppelte Motive – weg damit. Kein Mensch hat früher misslungene Abzüge ins Album geklebt – und ein Archiv mit hundert guten Bildern macht mehr Freude als eines mit tausend mittelmäßigen.
Fotos teilen: per E-Mail und Messenger
Das Schönste an Fotos ist das Zeigen. Digital haben Sie dafür zwei Hauptwege. Bei der E-Mail hängen Sie das Foto als Anhang an die Nachricht – achten Sie dabei auf die Größe: Viele Postfächer nehmen nur Anhänge bis etwa 20 Megabyte an, und ein einzelnes Smartphone-Foto hat schnell 3 bis 8 Megabyte. Mehr als drei, vier Bilder pro Nachricht sind daher selten eine gute Idee. Beim Messenger (englisch für „Bote“ – ein Nachrichtenprogramm wie WhatsApp oder Signal) tippen Sie auf das Büroklammer- oder Plus-Symbol und wählen das Bild aus der Galerie. Gut zu wissen: Messenger verkleinern Fotos beim Versand automatisch – fürs Ansehen am Bildschirm reicht das völlig, nur für großformatige Abzüge sollte das Original per E-Mail oder Kabel wandern.
| Weg | Gut zu wissen |
|---|---|
| Foto kommt in voller Qualität an. Aber: auf die Anhangsgröße achten – lieber wenige Bilder pro Nachricht. | |
| Messenger | Sehr bequem, auch für viele Bilder. Die Fotos werden dabei verkleinert – die Qualität sinkt etwas. |
| Cloud-Link | Sie verschicken nur einen Verweis auf ein Online-Album. Ideal für ganze Urlaubssammlungen; Thema der Cloud-Lektion. |
Das Bildschirmfoto: ein Foto vom Bildschirm selbst
Manchmal möchte man nicht die Welt fotografieren, sondern das, was gerade auf dem Bildschirm steht – eine Fehlermeldung, eine Wegbeschreibung, eine Bestellbestätigung. Dafür gibt es das Bildschirmfoto (englisch Screenshot). Am Windows-Computer drücken Sie Windows + Umschalt + S und ziehen mit der Maus einen Rahmen um den gewünschten Ausschnitt; das Bild landet im Ordner „Bilder“ unter „Screenshots“. Am Smartphone drücken Sie kurz gleichzeitig die Ein-/Aus-Taste und die Leiser-Taste (beim iPhone: Seitentaste und Lauter-Taste) – es blitzt kurz auf, und das Bildschirmfoto liegt in der Galerie. Von dort können Sie es wie jedes andere Foto verschicken.
Der wichtigste Satz dieser Lektion
Zum Schluss der Satz, den Sie sich von dieser Lektion unbedingt mitnehmen sollten: Ein Foto existiert erst dann sicher, wenn es an zwei Orten liegt. Vom Hausschlüssel haben Sie ja auch einen Zweitschlüssel beim Nachbarn. Liegt ein Bild nur auf dem Smartphone, hängt die Erinnerung an einem einzigen kleinen Gerät, das verloren gehen oder ins Waschbecken fallen kann.
Damit sind Ihre Erinnerungen gut versorgt: Sie wissen, wo Fotos gespeichert werden, holen sie per Kabel auf den Computer, halten mit Jahres- und Ereignisordnern Ordnung, teilen Bilder mit Bedacht – und denken an die zweite Kopie. In der nächsten Lektion schauen wir uns an, worüber Ihre Geräte eigentlich miteinander und mit dem Internet sprechen: WLAN und Router: Ihr Heimnetz verstehen.