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Stufe: Mittel · Lektion 7 von 10

Videotelefonie: Gesichter statt nur Stimmen

Beim Telefonieren das Gesicht des anderen sehen – Videotelefonie macht es möglich, kostenlos über das Internet. Diese Lektion zeigt, was Sie dafür brauchen, wie Sie einen Videoanruf starten und wie Sie per Einladungs-Link an Gesprächen teilnehmen.

Grundkenntnisse empfohlen Lesezeit: ca. 13 Minuten

Das lernen Sie in dieser Lektion

  • Sie wissen, was Videotelefonie ist – und dass sie außer der Internetverbindung nichts kostet.
  • Sie kennen die gängigen Wege: WhatsApp und Signal, Zoom und Teams sowie FaceTime.
  • Sie können einen Videoanruf per WhatsApp starten und einen ankommenden Anruf annehmen.
  • Sie können über einen Einladungs-Link an einem Zoom-Gespräch teilnehmen.
  • Sie wissen, wie Sie gut zu sehen und zu verstehen sind – und welche zwei Knöpfe im Gespräch die wichtigsten sind.

Videotelefonie heißt: Sie sehen Ihr Gegenüber beim Telefonieren – live, in Farbe und mit allem, was ein Gesicht so verrät. Das Enkelkind zeigt stolz den ersten Wackelzahn, die Freundin führt einmal durch ihren Garten, der Sohn winkt aus dem Urlaub. Nach dem Online-Banking der letzten Lektion folgt heute eine der schönsten Seiten des Internets. Und das Beste: Sie können dabei nichts kaputtmachen, und es kostet Sie keinen Cent extra.

Was Videotelefonie ist – und was sie kostet

Ein Videoanruf ist ein ganz normales Telefongespräch, nur dass zusätzlich zur Stimme auch ein bewegtes Bild übertragen wird. Die kleine Kamera Ihres Geräts filmt Sie, und das Bild Ihres Gegenübers kommt auf demselben Weg durchs Internet zu Ihnen. Beide sehen und hören sich gleichzeitig, als säße man am selben Küchentisch. Nur der Kuchen fehlt.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Telefon: Das Gespräch läuft nicht über die Telefonleitung, sondern über das Internet. Deshalb spielt die Entfernung keine Rolle. Ob Sie mit der Nachbarin von gegenüber sprechen oder mit der Enkelin in Australien – es kostet dasselbe, nämlich nichts außer Ihrem normalen Internetanschluss.

Was Sie dafür brauchen

Die gute Nachricht zuerst: Wahrscheinlich besitzen Sie schon alles. Für Videotelefonie brauchen Sie nur drei Dinge:

  • Ein Gerät mit Kamera und Mikrofon. In jedem Smartphone, Tablet und Laptop sind beide bereits eingebaut – die kleine Kamera über dem Bildschirm nennt man Frontkamera, weil sie Sie von vorn filmt. Nur an einem Schreibtisch-Computer muss man Kamera und Mikrofon manchmal als kleines Zusatzgerät („Webcam“) anstecken.
  • Eine stabile Internetverbindung. Zu Hause im WLAN klappt es am zuverlässigsten. Wackelt das Bild oder stockt der Ton, hilft es oft schon, sich ein Zimmer näher an den Router zu setzen.
  • Ein Programm für den Videoanruf. Also eine App – welche dafür infrage kommen, schauen wir uns jetzt an.

Die gängigen Wege: WhatsApp, Zoom und Co.

Es gibt viele Programme für Videotelefonie – aber keine Sorge, Sie müssen nicht alle kennen. In der Praxis begegnen Ihnen vor allem diese vier Wege:

ProgrammSo funktioniert esTypischer Einsatz
WhatsAppDie verbreitetste Nachrichten-App. Ein Fingertipp auf das Kamera-Symbol im Gespräch genügt.Anrufe in der Familie und im Freundeskreis – der einfachste Einstieg.
SignalFunktioniert fast genauso wie WhatsApp, gilt aber als besonders sparsam mit Ihren Daten.Für alle, die Wert auf Datenschutz legen.
Zoom / TeamsMan erhält einen Einladungs-Link und tritt dem Gespräch bei – auch am Laptop oder PC.Vereinstreffen, Kurse der Volkshochschule, große Familienrunden.
FaceTimeDer eingebaute Videodienst von Apple, sozusagen ab Werk vorhanden.Wenn beide Seiten ein iPhone oder iPad benutzen.

Für den Alltag reicht meist eines dieser Programme. Am einfachsten starten Sie mit WhatsApp oder Signal auf dem Smartphone, denn dort sind Ihre Gesprächspartner in der Regel schon als Kontakte gespeichert. Zoom und Teams brauchen Sie nur, wenn Sie zu einem größeren Gespräch eingeladen werden – dazu gleich mehr.

Schritt für Schritt: ein Videoanruf mit WhatsApp

So starten Sie einen Videoanruf per WhatsApp

  1. WhatsApp öffnen und die Person auswählen

    Tippen Sie auf das grüne WhatsApp-Symbol und öffnen Sie das Gespräch mit der Person, die Sie anrufen möchten – so, als wollten Sie ihr eine Nachricht schreiben.

  2. Auf das Videokamera-Symbol tippen

    Oben rechts sehen Sie zwei kleine Symbole: einen Telefonhörer für den reinen Sprachanruf und eine Videokamera für den Videoanruf. Tippen Sie auf die Kamera – schon klingelt es beim anderen.

  3. Warten und losplaudern

    Nimmt Ihr Gegenüber an, erscheint sein Bild groß auf dem Bildschirm. Ihr eigenes Bild sehen Sie klein in einer Ecke – so wissen Sie immer, wie Sie beim anderen ankommen.

  4. Zum Beenden auf den roten Hörer tippen

    Der rote Knopf mit dem Hörer beendet das Gespräch – das digitale „Auflegen“. Verschwinden die Knöpfe zwischendurch, tippen Sie einmal kurz auf den Bildschirm.

Und wenn Sie angerufen werden? Dann klingelt das Smartphone wie bei einem normalen Anruf, auf dem Bildschirm steht der Name des Anrufers und „WhatsApp-Videoanruf“. Tippen Sie auf Annehmen – bei gesperrtem Bildschirm wischen Sie den grünen Hörer je nach Gerät nach oben oder zur Seite. Ungelegene Anrufe dürfen Sie selbstverständlich ablehnen, der rote Knopf ist nicht unhöflich – zurückrufen können Sie, wenn die Frisur sitzt.

Per Einladungs-Link dabei: Zoom und Teams

Bei größeren Runden – dem Vereinstreffen, einem Kurs oder dem Geburtstag des Enkels, an dem die halbe Familie zugeschaltet ist – läuft es meist über Zoom oder Teams. Das Prinzip ist wie bei einer Feier: Jemand richtet den Raum her und verschickt Einladungen. Die Einladung ist hier ein Einladungs-Link – eine blau unterstrichene Internetadresse, die Sie per E-Mail oder WhatsApp-Nachricht erhalten.

Kurz vor dem Termin tippen oder klicken Sie einfach auf diesen Link. Ihr Gerät öffnet dann das Gespräch – je nach Gerät im Browser, also dem Programm zum Anschauen von Webseiten, oder in der Zoom-App. Meist geben Sie noch Ihren Namen ein und tippen auf Beitreten. Fragt das Gerät, ob Zoom auf Kamera und Mikrofon zugreifen darf, antworten Sie mit „Erlauben“ – sonst bleiben Sie stumm und unsichtbar. Ein eigenes Konto brauchen Sie als Gast in der Regel nicht, die Teilnahme ist für Sie kostenlos.

Gut ankommen: Licht, Ton – und die zwei wichtigsten Knöpfe

Mit drei kleinen Handgriffen sehen und hören Ihre Gesprächspartner Sie deutlich besser:

  • Licht von vorn: Setzen Sie sich so, dass das Fenster oder eine Lampe vor Ihnen ist, nicht hinter Ihnen. Mit dem Fenster im Rücken werden Sie zum dunklen Schattenriss – wie auf einem Foto gegen die Sonne.
  • Gerät stabil aufstellen: Lehnen Sie das Smartphone oder Tablet gegen einen Bücherstapel oder eine Vase, am besten etwa auf Augenhöhe. Ein in der Hand gehaltenes Gerät wackelt – und ein ruhiges Bild ist für alle angenehmer.
  • Näher ans Mikrofon: Sprechen Sie in normaler Lautstärke und bleiben Sie in der Nähe des Geräts. Ein geschlossenes Fenster und ein ausgeschaltetes Radio wirken oft Wunder.

Und wenn es im Gespräch hakt? Dann helfen fast immer die zwei wichtigsten Knöpfe, die es in jedem Videoprogramm gibt: das Mikrofon-Symbol und das Kamera-Symbol. Ist eines davon durchgestrichen, ist es abgeschaltet – die anderen hören oder sehen Sie dann nicht. „Man hört dich nicht, du bist stumm!“ ist der häufigste Satz der Videotelefonie, und die Lösung ist immer dieselbe: einmal auf das durchgestrichene Mikrofon tippen. Dieses absichtliche Abschalten heißt Stummschalten – in Gruppenanrufen ist es sogar guter Ton, solange man gerade nicht spricht. So rauschen nicht zehn Wohnzimmer gleichzeitig ins Gespräch.

Sie wissen jetzt, wie Sie Gesichter statt nur Stimmen ins Haus holen: per WhatsApp mit einem Fingertipp, per Einladungs-Link auch in großer Runde – und dank Licht von vorn sogar im besten Licht. Probieren Sie es aus, am besten mit einem vertrauten Menschen als geduldigem Übungspartner. Ein wachsames Auge schadet dabei nie: Wie Sie unseriöse Anrufe, gefälschte Nachrichten und andere Tricks sicher durchschauen, lernen Sie in der nächsten Lektion – „Betrug erkennen: Phishing und andere Maschen“.

Testen Sie Ihr Wissen

4 kurze Fragen zu dieser Lektion. Die Auswertung geschieht direkt in Ihrem Browser – nichts wird übertragen, und niemand sieht Ihr Ergebnis.

1 Was kostet ein einstündiger Videoanruf nach Australien, wenn Sie zu Hause im WLAN sind?
2 Wie starten Sie in WhatsApp einen Videoanruf?
3 Sie erhalten per E-Mail einen Zoom-Einladungs-Link zum Vereinstreffen. Was tun Sie?
4 Ihre Gesprächspartner hören Sie plötzlich nicht mehr. Was ist die häufigste Ursache?

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