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Stufe: Einfach · Lektion 5 von 10

Was ist das Internet?

Alle reden vom Internet – aber was ist das eigentlich genau? Diese Lektion erklärt in Ruhe, wie das weltweite Netz funktioniert, was Sie dafür brauchen und warum es weniger gefährlich ist, als viele befürchten.

Keine Vorkenntnisse nötig Lesezeit: ca. 14 Minuten

Das lernen Sie in dieser Lektion

  • Sie verstehen, dass das Internet ein weltweiter Verbund von Computern ist – ähnlich wie das Straßen- oder Postnetz.
  • Sie wissen, was man für einen Internet-Zugang braucht: Anschluss, Router und ein Gerät mit Browser.
  • Sie können Internet und WLAN auseinanderhalten – zwei Begriffe, die oft verwechselt werden.
  • Sie kennen die wichtigsten Dinge, die man im Internet tun kann: nachschlagen, schreiben, einkaufen, Behördengänge erledigen.
  • Sie können realistisch einschätzen, wie sicher das Internet ist – und was es ungefähr kostet.

Das Internet ist ein weltweiter Verbund aus vielen Millionen Computern, die miteinander verbunden sind und Informationen austauschen. Mehr steckt im Kern nicht dahinter – kein Zauberwerk, sondern Kabel, Funkverbindungen und Rechner, die einander Nachrichten zustellen. Nachdem Sie in der letzten Lektion Ordnung in Ihre Dateien und Ordner gebracht haben, öffnen wir nun die Haustür: Wir schauen uns an, was dieses Netz ist, was Sie dafür brauchen und was Sie dort alles erledigen können.

Ein weltweites Netz – wie Straßen oder die Post

Stellen Sie sich das Straßennetz vor: Von Ihrer Haustür führt ein kleiner Weg zur Dorfstraße, die zur Landstraße, die zur Autobahn – und über diese Verbindungen erreichen Sie jeden Ort der Welt. Niemandem gehört das gesamte Straßennetz, es gibt keine Zentrale, die alles steuert. Trotzdem funktioniert es, weil sich alle an gemeinsame Regeln halten. Genau so ist das Internet aufgebaut: Ihr Computer zu Hause ist über viele Zwischenstationen mit Computern auf der ganzen Welt verbunden.

Auch der Vergleich mit der Post passt gut. Wenn Sie eine Seite aufrufen, verschickt Ihr Computer eine Art Postkarte: „Bitte schicke mir die Nachrichtenseite.“ Der angeschriebene Computer schickt die Inhalte zurück – zerlegt in viele kleine Päckchen, die bei Ihnen wieder zusammengesetzt werden. Das alles geschieht in Sekundenbruchteilen, ganz ohne Ihr Zutun.

Was Sie brauchen – und was es kostet

Um das Internet zu Hause zu nutzen, brauchen Sie drei Dinge. Erstens einen Internet-Anschluss: Den bekommen Sie von einem Anbieter (englisch Provider, gesprochen „Prowaider“), zum Beispiel Telekom, Vodafone oder o2. Zweitens einen Router (gesprochen „Ruter“): ein kleines Kästchen, das der Anbieter meist mitliefert, in Deutschland oft eine sogenannte Fritzbox. Drittens ein Gerät mit Browser – also Computer, Tablet oder Smartphone mit dem Programm, das Webseiten anzeigt. Wer was erledigt, zeigt die Übersicht:

Wer oder wasAufgabe – bildlich gesprochen
Der Anbieter (Provider)Legt die „Straße“ bis zu Ihrem Haus: Er stellt die Leitung bereit und schickt Ihnen dafür eine monatliche Rechnung.
Der RouterDie „Poststelle“ Ihrer Wohnung: Er nimmt die Verbindung des Anbieters entgegen und verteilt sie an Ihre Geräte – per Kabel oder per Funk.
Ihr Gerät mit BrowserIhr „Fahrzeug“ auf der Datenstraße: Mit dem Browser rufen Sie Webseiten auf, lesen und schreiben.

Zu den Kosten: Zu Hause zahlt man üblicherweise eine Flatrate (englisch für „Pauschaltarif“) – ein fester Monatsbetrag, meist zwischen 30 und 45 Euro, egal wie viel Sie das Internet nutzen. Anders unterwegs mit dem Smartphone: Dort enthält der Handyvertrag meist ein monatliches Datenvolumen, also eine begrenzte Menge an Daten. Ist sie aufgebraucht, wird die Verbindung bis zum Monatsende sehr langsam – teurer wird es bei seriösen Verträgen aber nicht.

Internet und WLAN – nicht dasselbe

Zwei Begriffe werden im Alltag ständig verwechselt: Internet und WLAN. Dabei ist der Unterschied einfach. WLAN (gesprochen „Weh-Lan“, ein drahtloses Heimnetz) ist nur die Funkverbindung zwischen Ihrem Gerät und Ihrem Router – die letzten Meter in Ihrer Wohnung, ohne Kabel. Das Internet dagegen ist das weltweite Netz dahinter. Im Bild vom Straßennetz: Das WLAN ist Ihre Garagenauffahrt, das Internet sind alle Straßen der Welt.

Deshalb kann es passieren, dass Ihr WLAN einwandfrei funkt, aber trotzdem keine Webseite lädt – dann ist die Verbindung des Anbieters gestört, nicht Ihr Heimnetz. Und umgekehrt: In einem Café nutzen Sie ein fremdes WLAN, kommen aber ins selbe Internet wie zu Hause.

Das World Wide Web: Webseiten und ihre Adressen

Der bekannteste Teil des Internets ist das World Wide Web (englisch für „weltweites Gewebe“), kurz WWW oder einfach „das Web“. Es besteht aus Milliarden von Webseiten – elektronischen Seiten mit Texten, Bildern und Videos. So wie jedes Haus eine Postanschrift hat, hat jede Webseite eine Adresse, zum Beispiel www.tagesschau.de. Das „www“ am Anfang verrät: Dies ist eine Seite im World Wide Web. Die Endung sagt etwas über die Herkunft: .de steht für Deutschland, .at für Österreich, .com ist international. Mit einer Adresse finden Sie jede Seite direkt – so wie mit einer Anschrift jedes Haus:

Ihre erste Webseite aufrufen

  1. Browser öffnen

    Starten Sie den Browser auf Ihrem Gerät – zum Beispiel Edge (bei Windows 11 vorinstalliert), Firefox oder Chrome. Welcher es ist, spielt für den Anfang keine Rolle.

  2. Die Adresszeile finden

    Klicken Sie ganz oben in das lange Eingabefeld, die sogenannte Adresszeile. Vorhandener Text wird dabei markiert und beim Tippen automatisch ersetzt.

  3. Adresse eintippen

    Schreiben Sie eine Adresse hinein, zum Beispiel www.tagesschau.de – ohne Leerzeichen, Kleinschreibung genügt. Drücken Sie dann die Eingabetaste Enter.

  4. Lesen und stöbern

    Nach einem Augenblick erscheint die Seite. Mit dem Mausrad oder per Fingerwisch bewegen Sie sich nach unten. Hier kann nichts kaputtgehen – schauen und lesen ist immer gefahrlos.

Was Sie im Internet alles tun können

Warum lohnt sich das alles? Weil das Internet viele Wege verkürzt und Türen öffnet – gerade dann, wenn man nicht mehr für jede Kleinigkeit aus dem Haus möchte. Die wichtigsten Möglichkeiten:

  • Nachschlagen und informieren: Öffnungszeiten, Busfahrpläne, Wettervorhersage, Kochrezepte oder das Lexikon Wikipedia – das Internet ist ein riesiges Nachschlagewerk, das nie zuhat.
  • E-Mail schreiben: die elektronische Post. Eine E-Mail ist in Sekunden beim Empfänger, kostet kein Porto – und ein Foto der Enkel reist einfach mit.
  • Einkaufen: Bücher, Kleidung oder Medikamente bestellen und bequem nach Hause liefern lassen. Bezahlt wird erst nach klar sichtbaren Bestellschritten – aus Versehen kauft man nichts.
  • Behördengänge erledigen: Viele Ämter bieten ihre Dienste inzwischen online an – Termine vereinbaren, Formulare ausfüllen, Anträge stellen, ganz ohne Wartezimmer.
  • Videotelefonie: Telefonieren mit Bild. Sie sehen Kinder und Enkel beim Gespräch auf dem Bildschirm – auch wenn sie am anderen Ende der Welt leben.

Ist das Internet gefährlich?

Viele Menschen zögern beim Internet, weil sie von Betrugsfällen gehört haben. Die Sorge ist verständlich – aber seien wir ehrlich: Das Internet ist ungefähr so gefährlich wie der Straßenverkehr. Dort passieren Unfälle, und trotzdem gehen Sie täglich vor die Tür, weil Sie die Regeln kennen. Genauso gibt es im Internet ein paar Grundregeln, mit denen Sie sicher unterwegs sind. Das bloße Ansehen von Webseiten ist völlig ungefährlich. Vorsicht ist erst geboten, wenn jemand Geld oder persönliche Daten von Ihnen will.

Sie wissen jetzt, was das Internet ist: ein weltweites Netz aus Computern, für das Sie nur einen Anschluss, einen Router und ein Gerät mit Browser brauchen – und in dem Sie mit wenigen Grundregeln so sicher unterwegs sind wie im Straßenverkehr. Zeit, das Tor zu diesem Netz genauer kennenzulernen: In der nächsten Lektion geht es um genau das Programm, mit dem Sie Webseiten aufrufen – „Der Browser: Ihr Tor ins Internet“.

Testen Sie Ihr Wissen

4 kurze Fragen zu dieser Lektion. Die Auswertung geschieht direkt in Ihrem Browser – nichts wird übertragen, und niemand sieht Ihr Ergebnis.

1 Was ist das Internet im Kern?
2 Was ist der Unterschied zwischen Internet und WLAN?
3 Was verrät die Endung .de in einer Adresse wie www.tagesschau.de?
4 Sie haben zu Hause eine Internet-Flatrate. Was bedeutet das?

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